Faber – Gesellschaftskritik zum Tanzen

Nach einem halben Jahr voller Vorfreude war es am Montag endlich so weit: Julian Pollina-bekannt als Faber – war live im Muffatwerk/Ampere in München. Dabei wurde er begleitet von seinem Posaunisten-Drummer-Percussionisten Till Ostendarp, einem Bassisten, dem leider ein bisschen zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wurde, und einem herausragend guten Pianisten.

Die Vorband: Steiner & Madlaina

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Steiner & Madleina am 17.10.2016 im Ampere ©Lena Dilger

Um 20:30 Uhr ging erst mal los mit dem schweizer Duo, das mit einer sehr gelungenen Kombination aus Akustik-Gitarre(n), Klavier und ihren Stimmen überzeugte. Steiner & Madlaina setzen sich zusammen aus Nora Steiner und der Schwester von Faber, Madlaina Pollina. Die Beiden veröffentlichten letztes Jahr ihre erste und bisher auch einzige EP ‚Ready to Climb‘, die einen förmlich zum Entspannen einlädt.

 

 

21:30 Uhr: Faber 

Nach einer halben Stunde Pause kamen dann endlich Faber und seine Band auf die Bühne. Anfangs könnte man meinen, dass es sich hier nur um einen bunt zusammengewürfelten Haufen an Hobbymusikern handelt, doch spätestens nach dem ersten Lied stellt man fest, wie sehr man sich doch getäuscht hat – die vier sind nämlich alle sehr geübte und erfahrene Musiker. Faber selbst singt und spielt seit er 14 ist in verschiedenen Bands Gitarre und sein Bandkollege Till Ostendarp ist gelernter Schlagzeuger und studierter Posaunist.

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Faber und Band überzeugen mit kritischen Texten und lockerem Sound ©Lukas Dilger

Während des gesamten Auftritts herrschte dank eines sehr lockeren und – ganz anders, als man erwarten würde, wenn man Fabers Songtexte kennt – leicht schüchternen Auftreten der Band eine äußerst angenehme Stimmung zwischen den Vieren und dem Publikum.  So konnte man sich vollends auf die Musik und ganz besonders auch auf die Texte konzentrieren, die ja nicht all zu leicht zu verarbeiten sind. In ‚Alles Gute‘ singt er zum Beispiel „Wenn du dann am Boden bist, weißt du wo du hingehörst; wenn du ganz alleine bist, weißt du, dass du es noch so lange sein wirst“, was natürlich die meisten Schmeicheleien-Gewöhnten Hörer von Pop-Musik erst mal wieder mehr oder weniger unsanft in die Realität zurückholt.

Zum Ende hin, gab es noch den üblichen Handtuchwurf, der allerdings alles andere als üblich war. Beim ersten Wurf kam das Handtuch nämlich promt wieder zurückgeflogen, was vier verdutzte Jungs auf der Bühne und eine menge Lacher im Publikum verursachte. Beim zweiten Wurf hatte Lena das Glück, einen Zipfel des weißen Stoffes in die Finger zu bekommen, überließ es dann aber kampflos dem jungen ‚Mitfänger‘ neben ihr.

„Genug ist nicht genug für mich“

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©Lena Dilger

Genau so, wie Faber in seinem Lied ‚Genug‘ singt, das übrigens nicht auf seinen beiden bisher erschienenen EPs zu finden ist, konnte auch das Publikum am Montag nicht genug von seiner Musik bekommen, und so gab es dann als Zugabe noch ‚Tausendfrankenlang‘ und ‚Wer nicht schwimmen kann der taucht‘, was wir uns leider nicht mehr ganz anhören konnten, da wir den Zug zu einer halbwegs akzeptablen Zeit noch erwischen wollten. Wir mussten ja am nächsten Tag leider alle früh wieder raus.

Mein Fazit:
Ich kann jedem, dessen Interesse ich jetzt geweckt habe, nur empfehlen sich die Musik von Faber anzuhören, sowie auf eines seiner Konzerte zu gehen. Ich werde mir nämlich keines in der Nähe mehr entgehen lassen.

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